Barockschloss Rammenau

Ursprünglich war das heutige Barockschloss ein Rittergut. Das ist auch noch deutlich zu erkennen, wenn man durch das Torhaus die Anlage betritt, denn links und rechts folgen erst einmal die ehemaligen Wirtschaftsgebäude. Doch unweigerlich fällt der Blick sofort auf das auffällige Schlossgebäude, welches im 18. Jahrhundert als Sommerresidenz für - man höre und staune - den Kammerherrn von August dem Starken erbaut wurde. Dieser war ein Herr Ernst Ferdinand von Knoch, also selber von adligem Geblüt, weshalb sich wohl in seiner Schatulle auch das hierfür notwendige Kleingeld befand. Zumindest dachte er das. Denn allzu lange konnte er sich dann doch nicht an seinem prunkvoll ausgestatteten Sommerhaus erfreuen, da ihm schlicht und ergreifend das Geld ausging. Schon bald wurde sein Schloss deshalb von einem Konkursverwalter versteigert.

Einige Besitzerwechsel später ließ sich schließlich der preußische Rittmeister Friedrich von Kleist hier häuslich nieder. Ihm sind wohl einige spätere Umgestaltungen zu verdanken: Der einstige Barockgarten wurde nun ein Landschaftspark und im Inneren wurde alles hochmodern eingerichtet, in einem Stil, den wir heute als Klassizismus bezeichnen. Obwohl das Anwesen auch danach noch durch mehrere Hände ging, zeigt es sich doch bis heute noch weitgehend so, wie es der alte Rittmeister gegen 1820 hinterlassen hat. Deshalb besitzt das Schloss mit seiner barocken Architektur und seiner klassizistischen Ausstattung aus illusionistischen Wandmalereien, stilvollen Salons, thematisch gestalteten Zimmern und kostbaren Porzellanen einen ganz besonderen Reiz. Ergänzt wird das Innere außerdem mit einer Ausstellung über den Philosophen Johann Gottlieb Fichte, der in Rammenau geboren wurde.

Im Anschluss an die Schlossbesichtigung, die das ganze Jahr möglich ist, lohnt sich noch ein Rundgang durch den Landschaftspark, der mit seinen Putten, Teichen und weiteren Gestaltungsmerkmalen zum Teil einen recht verwunschenen Eindruck macht. Auch der eventuell nach der Besichtigung aufkommende Hunger lässt sich hier gut stillen, denn es gibt auch ein Schlossrestaurant, das mit Ausnahme einer kleinen Winterpause fast das ganze Jahr über geöffnet hat.