Löbau

Aussichtstürme gibt es in Deutschland in einer kaum vorstellbaren Anzahl. Diese alle auf unseren Ausflugstipps-Seiten aufzulisten, wird uns wahrscheinlich nie gelingen. Doch der Turm auf dem Löbauer Berg ist etwas ganz Besonderes. Er ist nämlich der einzige noch erhaltene Aussichtsturm in Europa, der aus Gusseisen erbaut wurde. Außerdem war er möglicherweise sogar der erste dieser Bauart, da er bereits 1854 errichtet wurde, bei einer Montagezeit von gerade einmal 2 ½ Monaten. Doch das ist noch lange nicht alles, denn jedes der aus gegossenem Eisen bestehenden Teile besitzt filigrane Ornamente und Verzierungen, unter denen einige Wappen und Portraits sogar mit Vergoldungen in der Sonne blitzen. Eine Wanderung bzw. ein Spaziergang zum König-Friedrich-August-Turm lohnt sich deshalb sowohl der Aussicht als auch des Aussehens wegen. Und genau deshalb stellen wir den Turm hier vor.

Erichtet wurde der König-Friedrich-August-Turm auf Initiative eines Bäckermeisters aus Löbau, der dem Bauwerk den Namen des damaligen Königs von Sachsen gab (natürlich erst nach vorheriger Genehmigung). Seither ist das eiserne Kunstwerk eine der touristischen Hauptattraktionen der Oberlausitz. Lediglich zwischen 1993 und 1994 konnte der Turm nicht besichtigt und bestiegen werden. Da war er sogar ganz verschwunden, weil er vollständig demontiert wurde, um ihn nach einer Generalkur wieder neu aufzubauen. Deshalb kommt das Bauwerk heutzutage jugendlich frisch und dennoch mit historischem Aussehen daher. Er taucht nach einem kurzen Aufstieg von der Stadt Löbau (Parkplatz an der Herwigsdorfer Straße) im Wald auf. Ausgeschildert ist der Weg allerdings nicht, doch wenn man immer bergauf geht, lässt sich der Turm nicht verfehlen. Eine Rundumsicht von den drei Aussichtsplattformen ist das ganze Jahr über und jeden Tag möglich. Für das leibliche Wohl sorgt außerdem immer die am Turm stehende Gaststätte.